10.07.: Top-Schneetraining für Nationalmannschaft

Drei Tage intensives Schneetraining absolvierte die Skicross-Nationalmannschaft des Deutschen Skiverbandes in Neuss. Auf dem Programm standen vor allem detaillierte wissenschaftliche Messungen des in dieser Sportart so immens wichtigen Startablaufs. Die Skihalle bot den Profis mit ihren kurzen Wegen und den konstanten Bedingungen dabei den optimalen Rahmen.

Komplexer Versuchsaufbau

Getestet wurden drei Tage lang unterschiedliche Startpositionen der Sportler. Dafür bauten die Trainer bereits einen Tag vor Trainingsbeginn gemeinsam mit den Pistentechnikern der Skihalle zwei in sich leicht versetzte Startklappen in den Schnee. Aus beiden Startanlagen mussten die Skicrosser im steilsten Teil der Halle dann fünf ca. einen Meter hohe Hügel überfahren bzw. –springen. Der Versuchsaufbau beinhaltete dabei drei Messeinheiten.

Zum einen wurde an den Starttoren die Kraft des Armzugs ermittelt. Die Computer der Analytiker erfassten zudem zeitgleich per Funk Belastungsdaten von den Schuhsohlen der Skisportler. Zuletzt maßen sie noch die Zeit für die Bewältigung der zu drückenden Schneewellen. Für jeden der sieben Sportler kamen pro Trainingseinheit somit zwölf Fahrten zusammen. Drei Trainingseinheiten am Tag ließen dann am Ende auch gestandene Skicrosser wie Florian Eigler, Simon Stickl und Heidi Zacher erleichtert aufatmen, denn „Des is scho‘ ganz schön zach!“, urteilten sie allesamt.

Optimale Test-Bedingungen

„Wir haben hier die erhofften perfekten Bedingungen für unsere Untersuchungen vorgefunden. Eine solche Analyse des Starts gab es bislang noch nicht und wir hoffen aus den Auswertungen in den kommenden Wochen tiefgreifende Erkenntnisse zu erhalten, die wir dann im weiteren Training einbinden können“, fasst Neu-Bundestrainer Peter Stemmer vom Deutschen Skiverband (DSV) die Tage am Neusser Gletscher zusammen. Gemeinsam mit sieben seiner Athletinnen und Athleten sowie zwei weiteren Trainern und drei Kollegen aus der wissenschaftlichen Abteilung des DSV war er ins Rheinland gereist.

Die Freestyle-WM 2015 im Blick

Auch der erfolgreichste Skicrosser der letzten Jahre Daniel Bohnacker trainierte dieses Mal in Neuss mit. Der letztjährige Dritte im Skicross-Gesamt-Weltcup richtet sein Sommertraining neben dem Studium sehr strukturiert auf die kommende Weltcupsaison und natürlich die anstehende Weltmeisterschaft am Kreischberg in Österreich Ende Januar 2015 aus. „Natürlich wirkt die Wiederholung auf uns auch immer etwas monoton. Das muss halt sein, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Und die Schneebedingungen zusammen mit dem schnellen Umlauf im Sessellift und die kurzen Wege mit dem Hotel sind für unsere Zwecke einfach perfekt“, urteilt Bohnacker. Sein Ziel für die kommende Saison ist eindeutig wieder unter die besten Drei der Gesamtwertung zu fahren. Und bei der WM im Januar erhofft der 1,90 Meter Hüne sich natürlich auch eine vordere Platzierung.

Vielleicht haben er und seine Mannschaftskollegen dann ja den Grundstein für den Erfolg am Start im flachen Rheinland legen können. „Das Sommer-Training in Neuss ist auf jeden Fall ein Vorteil, den wir gegenüber den starken Österreichern nutzen müssen“, freut sich Trainer Stemmer schon auf die ersten Duelle im Weltcup mit der dominierenden Nation im Skisport.