12.05.: Konzerte neu im Vorverkauf
Jede Menge neue Konzerte wurden heute in den Vorverkauf gegeben bzw. gehen am 15. Mai in den Vorverkauf. Heute können wir die Konzerte von "Walk Off The Earth", Lifehouse, BØRNS, The London Souls, Jungle, Mini Mansions, Grave Pleasures, State Champs, Radwimps, Ben Khan, Schmutzki und Courtney Barnett freigeben. Karten gibt es - wie immer - bei unserem Partner CTS Eventim. Die Termine findet man auch weiterhin in unserer Datenbank.
Walk Off The Earth im Oktober im E-Werk
Der Erfolg, der über dem kanadischen Quintett Walk Off The Earth Anfang 2012 hereinbrach, ist selbst in der Welt der Internet-Sensationen außergewöhnlich. Innerhalb von Stunden sammelte das Video ihrer Version von Gotye‘s „Somebody I Used To Know“ auf YouTube die erste Million Klicks ein, nach einer Woche waren es 17 Millionen, nach drei Monaten 130 Millionen. Gegenwärtig reicht die Klickanzahl knapp an die Grenze zur halben Milliarde. Doch Walk Off The Earth konnten auch jenseits der virtuellen Welt eine steile Karriere hinlegen. Ihr 2013 veröffentlichtes Debütalbum „R.E.V.O.“ platzierte sich in zahlreichen Ländern in den Charts und brachte der Band drei Nominierungen zum JUNO Award ein, darunter „Album of the Year“ sowie der „Critics Choice Award.“ Der derzeit noch unbetitelte Nachfolger wurde nun für Juni angekündigt. Einen ersten Eindruck liefert bereits die aktuelle Single „Rule The World“, die wieder die globale Blogosphäre erobert. Im Oktober kommt die Band im Rahmen ihrer Welttournee für fünf Konzerte in Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin und München auch nach Deutschland.
Der eindeutigste Beleg für den atemberaubenden Erfolg eines Videos auf YouTube ist das „Einfrieren“ des Klickzählers, weil der Server mit dem Zählen nicht mehr nachkommt. Bei Musikclips geschieht das selten, bei einem Newcomer erst recht nicht. Bei dem Video von Walk Off The Earth, in dem sie auf Radiohead-artige Weise den Gotye-Hit „Somebody I Used To Know“ covern und dazu in drolliger Weise zu fünft gleichzeitig auf einer Gitarre spielen, setzte das Einfrieren vier Stunden nach dem Hochladen ein – exakt diese Zeit hatte es gebraucht, um über die sozialen Medien einmal um die Welt zu gehen und Millionen von Fans zu finden.
Seit diesem Tag im Frühjahr 2012 ist in dem Leben des Multiinstrumentalisten Gianni „Luminati“ Nicassio aus dem kanadischen Burlington nichts mehr so, wie es vorher war. Und sein bereits 2006 als ambitioniertes Hobby gestartetes Spielfeld Walk Off The Earth wurde entgegen der ursprünglichen Planung zu einer professionellen Angelegenheit mit Charthits, Musikpreisen und weltweit ausverkauften Konzerttourneen.
Nicassio spielt rund ein Dutzend Instrumente, von Banjo über Kontrabass bis Theremin. Die Ergebnisse seiner Experimentierfreudigkeit mit dieser reichhaltigen Werkzeugkiste an Klangerzeugern konserviert er seit 2006 unter dem Namen Walk Off The Earth auf Band. Er folgte keinem konkreten Plan, wollte nur machen, was ihm gerade gefiel. Das Konzept reizte auch andere Musiker in der Region. Zunächst wurde aus dem Soloprojekt ein Duo. Nach zwei Jahren hatte sich auf ungeplante, organische Weise ein Quintett formiert, das Nicassios Vision eines gehaltvollen Indie-Pop mit eleganter Nonchalance zeitlos und souverän ausformuliert. Seit drei Jahren verstehen sich Nicassio, Co-Komponist Ryan Marshall, Keyboarder Mike Taylor, Drummer Joel Cassady und Sängerin Sarah Blackwood als Einheit, in der sich jeder nach seinen Wünschen kreativ ausleben kann.
Öffentlich erschienen zunächst ausschließlich Coverversionen einiger Lieblingssongs, die sie mit simplen, aber ideenreichen Videos auf YouTube luden, darunter auch der Gotye-Song. Nur wenige Wochen nach diesem Ereignis hatte die Band einen internationalen Vertrag in der Tasche und nahm das Debütalbum „V.E.V.O.“ auf, das Ende 2012 mit großem Erfolg erschien. Nach einer fast 18-monatigen Welttournee, in deren Rahmen sie auch erstmals in Deutschland – und gleich vor ausverkauften Hallen – spielten, nahmen sie die Arbeit zum Nachfolger auf, der gegenwärtig unter Nicassios Regie seinen letzten Studioschliff bekommt und laut Walk Off The Earth facettenreicher und unkonventioneller ausfallen wird.
Lifehouse im September in der Live Music Hall
Zu Anfang des neuen Jahrtausends traten Lifehouse an, die zweite Generation des Grunge – gemeinhin „Post-Grunge“ getauft – international aufzumischen. Gleich ihre Debütsingle „Hanging By A Moment“ avancierte zum weltweiten Charthit, der sich über ein Jahr in den Billboard Top 100 hielt. Bis 2012 folgte eine atemberaubende Tour de Force durch sechs Alben, zahllose Singles und mehr als 15 Millionen verkaufte Tonträger, bevor sich die Band aus Los Angeles vorübergehend verabschiedete. Die selbstauferlegte Pause ist nun zu Ende, am 26. Mai erscheint ihr siebtes Album „Out Of The Wasteland“, der erste Vorbote, die Single „Hurricane“, wurde bereits veröffentlicht. Im Rahmen ihrer Welttournee kommen Lifehouse im September für fünf Konzerte in Köln, Hamburg, Berlin, München und Frankfurt nach Deutschland.
Der Ursprung von Lifehouse findet sich in der selbstreflexiven und kathartischen künstlerischen Arbeit ihres Sängers, Gitarristen und Frontmanns Jason Wade. Seit der Trennung seiner Eltern Mitte der 90er nutzte er das Songwriting als Werkzeug, um seinen Dämonen zu begegnen und an seiner inneren Balance zu arbeiten. Als Wade 1998 von Miami nach Los Angeles zog, traf er auf den Bassisten Sergio Andrade. Mit einem Schlagzeuger, der die Formation aber bald wieder verließ, gründeten die beiden die Band Blyss und arbeiteten Wades künstlerische Introspektionen zu Songs aus. Es gelang ihnen, gleich das erste Demo von einem prominenten Produzenten betreuen zu lassen: Ron Aniello (Bruce Springsteen, Candlebox) erkannte die Qualität der Songs und nahm sie unter professionellen Bedingungen auf.
Das dabei entstandene Material erwies sich als so gut, dass die mittlerweile in Lifehouse umbenannte Band nicht nur einen Plattenvertrag unterzeichnen konnte, sondern nach nochmaliger Bearbeitung durch Aniello sich die Songs direkt zum offiziellen Debütalbum „No Name Face“ bündelten. Mit Rick Woolstenholme war zudem ein neuer Schlagzeuger zu Wade und Andrade gestoßen und somit die Formation komplett und beständig. Aufgrund der Persönlichkeit und Tiefe dieser Lieder war es keine Überraschung, dass zunächst der US-amerikanische Rockmusikhörer und in der Folge die ganze Welt die Qualität im Songwriting von Lifehouse entdeckte. Die Singleauskopplung „Hanging By A Moment“ wurde zu einem der international erfolgreichsten Rocksongs des Jahres 2001 und knackte weltweit die Hitlisten.
Im Gegensatz zum Debütalbum plante die Band danach, ihre Musik und Texte weniger persönlich zu gestalten. So klang das 2002 veröffentlichte, zweite Album „Stanley Climbfall“ deutlich anders als der Vorgänger. Lyrisch erzählten Lifehouse nun Stories, zu denen jeder seine eigene Geschichte entwickeln konnte. Klanglich brachen sie aus dem reinen Alternative- und Grunge-Sektor aus und integrierten zunehmend poppige Elemente in ihren Sound. Dem Erfolg tat dies keinen Abbruch: Auch „Stanley Climbfall“ landete in der US-Top 10 und den Top 40 aller wichtigen Musiknationen.
Nahezu ohne Unterlass verbrachte die Band die nächsten zehn Jahre abwechselnd im Studio oder auf Tournee. In dieser Zeit erschienen mit „Lifehouse“ (2005), „Who We Are“ (2007), „Smoke & Mirrors“ (2010) und „Almeria“ (2012) vier Alben, die weitere Radiohits generierten, darunter junge Rock-Klassiker wie „You And Me“, „Halfway Gone“ und „Between The Raindrops“. 2013 kündigte die Formation eine längere Auszeit an. Nun kehren Lifehouse in der Besetzung Jason Wade, Rick Woolstenholme und dem Bassisten Bryce Soderberg, der den 2004 ausgestiegenen Sergio Andrade ersetzt, zurück in die Hitlisten und auf die Konzertbühnen der Welt. Welcome back!
BØRNS im Juni 2015 im Yuca
BØRNS mag ja ursprünglich aus dem ländlichen Teil Michigans stammen. Sein träumerischer und tanzbarer Mix aus Folk, Glam und ElektroRock, überlagert von diesem unirdischen FalsettGesang, kommt wohl direkt aus dem Kosmos auf uns herunter. Auf jeden Fall aus einem Baumhaus. Denn in genau so einem lebt Garrett Borns, seit er aus New York in die Gegend um Los Angeles gezogen ist. Im Big Apple, wo er mit einer kiffenden Sportkletterin ein Appartement teilte, habe er sich zwar wohl gefühlt, aber die Musik sei zu dunkel und melancholisch gewesen. Darum zog er nach Kalifornien um herauszufinden, wie sich ein Ortswechsel auf seine musikalische Kreativität auswirkt.
Seine neuen Mitbewohner sind jetzt singende Vögel und schwingende Schmetterlinge, zirpende Grillen und heulende Kojoten. All diese Einflüsse seien in die DebütEP „Candy“ geflossen, behauptet BØRNS, auch wenn sie so direkt nicht fassbar seien. Das passt alles ganz gut in die künstlerische Entwicklung des jungen Mannes, der bei einer exzentrischen Klavierlehrerin lernte, die in einem Pfahlbau auf dem Michigansee lebte, der daheim bei den Partys seiner Eltern als Piano Man im Mittelpunkt stand und so die Geheimnisse einer perfekten LivePerformance entdeckte und verbesserte. „Ich habe das geliebt“, sagt er heute, „ich habe begriffen, welche Macht Musik hat.“ Noch heute steht er lieber auf der Bühne als im Studio, weil er dort die Wirkung seiner Musik viel direkter spürt. Und auch wenn „Candy“ mit seinen vier erstaunlichen Stücken eine großartige Visitenkarte ist, kommt der echte Sound von BØRNS erst im Club so richtig zur Geltung. Im Sommer kommt er das erste Mal nach Deutschland auf Tour.
The London Souls im Juli 2015 im MTC
The London Souls aus New York sind versierte Kenner der Musikhistorie. Sie lieben den psychedelischen Session-Rock von Formationen wie Cream und Led Zeppelin ebenso wie das feinfühlige Melodie-Gespür der Beatles und Hollies. Sie lassen sich inspirieren von einem leicht abstrakten Indie-Gestus, wie man ihn etwa bei My Morning Jacket findet, kennen sich aber gleichzeitig auch gut aus mit der Sexyness und Coolness alter Soul- und Funk-Nummern. Mit dieser brodelnden Mixtur hat sich die 2008 als Trio gestartete, mittlerweile zum Duo geschrumpfte Band in der Heimat eine treue Fanbasis erspielt, die sie geradezu kultig verehrt und zu bald jedem Konzert pilgert – auch deshalb, weil jede ihrer Shows aufgrund eines hohen Improvisations-Potenzials vollkommen eigen gerät. Nach einem in Europa nur als Import erhältlichen Debütalbum erschien Anfang April ihr zweites Album „Here Come The Girls“ erstmals offiziell in Europa. Im Sommer folgt sodann ihre erste Headline-Tournee durch Europa, in deren Rahmen sie zwischen dem 18. und 20. Juli auch für drei Konzerte in Köln, Berlin und Hamburg in Deutschland Station machen.
Session-artige Improvisation gehört zum Wesen der London Souls wie das Atmen: Bereits ihr erstes Konzert in New York im Jahr 2008 folgte gänzlich dem Gedanken spontaner Song-Entwicklung, auch wenn dies zunächst nur aus der Not heraus geschah: Die drei Mitglieder Tash Neal (Gitarre, Gesang), Chris St. Hillaire (Drums) und Stu Mahan (Bass) wohnten anfangs weit auseinander und verfügten überdies über keinen Proberaum; so „probten“ sie zunächst ein wenig via Handy-Konferenzschaltung und trafen sich in dieser Besetzung erstmals direkt auf einer Clubbühne. Das einzige, was zu diesem Zeitpunkt feststand, war – neben einigen Song-Grundgerüsten – ein gemeinsames Koordinatensystem zwischen psychedelischem Rock, dem Groove der Soulmusik sowie der Wunsch, Melodien zu finden, die in ihrer Erhabenheit und Größe das große Improvisationspotenzial der Band auch für den Zuhörer verständlich machen.
Dies sei, äußerte Tash Neal, denn auch von Anfang an die Vision und Aufgabe der London Souls gewesen: Nachvollziehbarkeit und Pop-Gefühl mit einer großen Lust an spontaner Song-Entwicklung zu koppeln. In der kunstaffinen New Yorker Musikszene stieß die Band damit sofort auf viel Gegenliebe, nicht zuletzt, da jedes ihrer Konzerte dank ihrer eruptiven Sessions fast zur Kunst-Performance mithilfe von Instrumenten gerät. Ein weiterer Aspekt, der ihnen viel Presse und Aufmerksamkeit einbrachte, findet sich in ihrer kunstvollen Verbindung von traditionellen Rock- und Soul-Werten, die sie mit einer futuristischen Selbstverständlichkeit mit modernem Indie-Gefühl vermählen.
2011 veröffentlichte die Band ihr selbstbetiteltes Debütalbum in den USA, eine ausgiebige US-Tournee folgte. Auf jener bemerkten sie, dass in der Dreier-Formation geradezu „überbesetzt“ sind, in gegenseitigem Einvernehmen trennten sie sich vom Bassisten Stu Mahan. Und tatsächlich gerieten ihre Shows nach dieser Reduktion umso eindringlicher und intensiver. Bereits Anfang 2013 veröffentlichten The London Souls, nun als Duo, ihr zweites Album „Here Come The Girls“ in den USA, das nun, zwei Jahre später, auch offiziell in Europa erschien. Mehr denn je bündeln sie darauf die Live-Erfahrungen als extrem versierte Session-Musiker mit einem Song- und Melodie-Gefühl, das an die besten Momente der britischen Rockmusik der letzten vier Jahrzehnte gemahnt. Und doch ist jedes ihrer Studio-Alben letztlich nur eine Momentaufnahme – und die Basis für das, was anschließend live geschieht, wenn jeder der Songs eine völlig neue Struktur erhält, während sich Neal und St. Hillaire gemeinsam in einen Tunnel purer Improvisation spielen. Ein absolutes konzertantes Ereignis.
Jungle im August 2015 im Gloria Theater
Mini Mansions im August 2015 im Luxor
Wie viele gelungene Nebenprojekte, so sind auch die Mini Mansions das Resultat einer Zwangspause. Nach der ausgiebigen Queens Of The Stone Age-Welttournee zum Album „Era Vulgaris“ erbat sich Frontmann Josh Homme eine Auszeit. Diese nutzte QOTSA-Bassist Michael Shuman, um mit zwei guten Freunden die Mini Mansions ins Leben zu rufen. Auf eine erste EP 2009 folgte 2011 das selbstbetitelte, noch sehr experimentelle Debütalbum, bevor Shuman wieder die Arbeit mit den Queens aufnahm. Nach Beendigung der Welttournee zu „...Like Clockwork“ fand Shuman erneut Zeit für die Mini Mansions. Ergebnis ist das nun erschienene, zweite Album „The Great Pretenders“, das im Vergleich zum Debüt songorientierter, aber auch psychedelischer klingt. Am 17. und 19. August kommt das Trio für zwei Konzerte in Hamburg und Berlin nach Deutschland.
Zunächst wollten die Mini Mansions vor allem eines: keine Songs schreiben. Stattdessen machten sie „Musik zu einem imaginären Film“ – einem Streifen, der im Kopf eines jeden Hörers entsteht und individuelle Züge und Geschichten trägt. „Für uns geht es darum, die Lieder für sich sprechen zu lassen und zu schauen, wo sie einen hinführen“, erklärte Bandgründer Michael Shuman damals den Ansatz seines Projektes. Und ergänzte: „Man hört nicht einfach nur eine Platte. Es ist viel eher so, als würde man wie wahnsinnig die Kanäle auf einem kaputten Fernseher wechseln.“
Aus dieser recht abstrakten Vorgabe schufen die Mini Mansions im Jahr 2010 mit ihrem Debüt ein raumgreifendes, weitschweifiges Independent-Album, das zum Dahingleiten einlädt. Beim Hören ihrer Musik lösten sich Zeit und Raum auf und mündeten in einer fortwährend mäandernden Schleife aus Tönen, Klängen und erstaunlich luftigen Rhythmen. Ihr Stil ist wild und farbenfroh, erfrischend und gerade heraus. Das Album „Mini Mansions“ entstand Anfang 2011 im Studio von QOTSA-Kopf Josh Homme, der gleich einige der Songs mischte und mitproduzierte. Er sagte über die Gruppe seines Bassisten: „Sie sind durch und durch psychedelisch und verfügen über großartige Hooks. Man muss sie nur ein einziges Mal hören und wird sie nicht mehr aus dem Kopf bekommen.“
Nachdem Homme und die anderen QOTSA-Mitstreiter 2013 mit „...Like Clockwork“ das nächste Queens-Album vorgelegt und eine vielumjubelte Welttournee abgeschlossen hatten, wandte sich Michael Shuman wieder den Mini Mansions zu. Dem Wesen eines Sideprojects folgend, das stilistisch niemals festgelegt sein muss, veränderten sich auch die der Musik zugrunde liegenden Parameter: Nun entstanden griffigere, kompaktere Songs, die ihre Einzigartigkeit eher aus heterogenen Inspirationen ziehen. In ihnen steht nun das Pop-Gefühl der Sixties gleichbedeutend neben der Psychedelica der Seventies und dem Synth-Pop der Eighties. Aus dieser Melange schufen die drei ein aufregendes Album, das von einem hohen Grad an Individualität lebt. Bereichert wurde die Arbeit durch prominente Studiogäste wie Arctic Monkeys-Frontmann Alex Turner oder Beach Boys-Legende Brian Wilson, der den Song „Any Emotions“ mit seinem unverwechselbaren Harmoniegesang veredelte.
Die Vielschichtigkeit ihres Sounds liegt neben der spontanen Entstehungsweise vor allem an der Vielseitigkeit der beteiligten Künstler: Michael Shuman beweist hier sein Können an Gitarre, Keyboards, Schlagzeug und Leadgesang. Zach Dawes bedient Bass, Keyboards und weitere Vocals, während Tyler Parkford Gitarre und Synthesizer liefert. Damit sind die Musiker nie auf ein Instrument festgelegt, sondern tauschen auch auf der Bühne munter ihre Klangerzeuger.
Grave Pleasures im September 2015 im Luxor
Die skandinavische Musik-Hoffnung GRAVE PLEASURES läutet mit neuem Album und Deutschland-Tournee den Einmarsch der Dunkelheit ein. Als 2013 das Debutalbum "Climax“ der damalig noch als Beastmilk bekannten Finnen erschien hallte ihr "schmerzerfüllter Kriegsgeschrei der ewiglich Verdammten", wie es ein Journalist beschrieb, bei Fans aller Genres wider! Metalheads, Indie-, sowie Hardcore-szene, als auch Rock- und Gothic Punks feierten das Album gleichermaßen. Meinungsmachende Medien wie The Guardian, NME und Pitchfork bescherten der Band Traumkritiken und prophezeiten der Band Großes! Nach dem Ausstieg von Gründungsmitglied Johan Snell Anfang diesen Jahres benannten sich Beastmilk kurzerhand in GRAVE PLEASURES um und kündigten im gleichen Zug ein weiteres musikalisches Meisterwerk an, welches diesen September auf Sony Music erscheinen wird.
Über kaum eine Band wurde in letzter Zeit mehr geredet als über die Apocalyptic Post-Punks GRAVE PLEASURES. Kaum ein Album wird derzeit sehnsüchtiger erwartet, als der Nachfolger des "Climax-Releases". Vorab verrät die Band, dass wir ein "rohes, wildes und intensives Punk-Album" erwarten können, das "jeden feuchten Bunker entzünden und jede Station zum Einsturz bringen kann" und ein "Höhepunkt unserer schallenden Liebesaffäre mit der Apokalypse" sein wird.
Im September und Oktober geht es dann direkt auf Deutschland-Headliner-Tournee, um das kommende Album zu feiern. Wir können zweifellos gespannt sein, welches Meisterwerk die Finnen derzeit im Studio erschaffen und uns im Herbst auf furiose Art und Weise in den glühenden Clubs der Republik auftischen werden.
State Champs im Oktober 2015 im MTC
RADWIMPS im Oktober 2015 im Bürgerhaus Stollwerck
Zugegebener Maßen ist Japan nicht unbedingt für seine Alternative Rockbands bekannt, doch RADWIMPS sind in ihrer Heimat schon jetzt absolute Superstars.
Man schreibt das Jahr 2001: Fünf High School Freunde aus Kanagawa in Japan beschließen eine Band zu gründen und nennen sich RADWIMPS (der Bandname hat seinen Ursprung aus den beiden englischen Slang-Ausdrücken "RAD" und "WIMP" was der Band zur Folge verschiedene Bedeutungen hat und unter anderem mit "excellent weakling" und "superlative coward" übersetzt werden kann).
Ihren ersten Erfolg verzeichnete die Band bereits kurz nach ihrer Gründung als sie im August 2002 an dem Yokohama High School Music Festival teilnahm und dort gleich im ersten Anlauf mit ihrem Song "Moshi Mo" den ersten Preis abräumte. "Moshi Mo" war dann auch die Debut Single die 2003 mit einer Auflage von 10.000 in den Verkauf ging. Bei dem Indie-Label Newtraxx unterzeichneten die fünf Japaner ihren ersten Plattenvertrag und veröffentlichten dort auch ihr selbst betiteltes Debut-Album.
Kurz darauf legte die Band eine Pause ein, damit sich die einzelnen Bandmitglieder auf ihre Schulprüfungen vorbereiten konnten. Im März 2004 beendeten RADWIMPS ihren Hiatus, wobei drei Gründungsmitglieder sich entschlossen nicht in die Band zurück zu kehren. Kei Asō, Yūsuke Saiki and Akio Shibafumi wurden von Schlagzeuger Satoshi Yamaguchi und Bassist Yusuke Takeda ersetzt und die Band begann die Aufnahmen zu ihrem zweiten Album welches Ende des Jahres veröffentlicht wurde.
Kurz darauf, im November 2005 wechselten RADWIMPS dann zum Major-Label EMI. Noch im selben Jahr wurde die erste Vorab-Single des dritten Albums „Nijugoko-me no Senshokutai“ veröffentlicht. Das zugehörige Album schaffte es bis auf Platz 13 der japanischen Album-Charts und erreichte Platin-Status. Der Durchbruch gelang den vier Jungs dann spätestens mit ihrer ersten Nummer 1 Single "Order Made" und ihrem fünften Album „Altocolony no Teiri“ (2009), das direkt auf Platz zwei der Oricon Album-Charts einstieg und in der ersten Woche 213.000 Einheiten verkaufte.
Ben Khan im Oktober 2015 im Yuca
In late 2013 a demo called 'Drive (Part 1)' surfaced online, a mesmerizing transmission of hushed falsettos, menacing bass throb, electronic rhythms and mangled blues. Unprompted, the track pricked the ears of tastemakers and casual listeners alike and made him the ‘Most Blogged Artist’ on the Hype Machine. Second track 'Eden' followed and won the accolade of Best New Music on Pitchfork, further fuelling the surge of excitement and intrigue. Third installment 'Savage' was selected by Zane Lowe as his 'Next Hype' and greeted with enthusiasm across the board by now expectant fans, going straight to #1 in the Hype Machine tracks chart.
His first official release comes with ‘1992’ EP, released May 5th on his own imprint Blessed Vice, through Dirty Hit. Featuring fully mixed and mastered versions of the aforementioned tracks as well as new single ‘Youth’, it’s a heady invitation to Ben Khan's vibrantly escapist world, where swampy r&b, contemporary funk, bruised nocturnal soul and exuberant hip-hop brush up against evocative moods, personal lyrical narratives and an encompassing visual sensibility to create something new and audacious.
In approaching his craft, Ben is similarly informed by his cultural heritage – his father a Kashmir born artist specialising in raw design and textile, whose work appears as the backdrop to Ben’s first public image – the ideas and aesthetics of Eastern art and philosophy, along with his experience growing up in London and love of Western film, melding evolving and often abrasively disparate elements to a vivid and dynamic whole. The self-made videos to his tracks offer further testament to this – visual collages channeling evocative imagery.
Displaying a deft confidence and musical maturity that is rare to find in an artist of only 21 years, combined with a sense of thrilling wide-eyed discovery, 1992 is a bold statement of intent that earmarks Ben Khan as one of the UK's most exciting new artists.
Schmutzki im November 2015 im Underground
Tja, wenn man seine Band SCHMUTZKI nennt, muss man sich nicht wundern, wenn man nach gut einem Jahr ein bissiges Dreieinhalb-Akkord-Monster zu bändigen hat. Dabei sind die Zutaten denkbar einfach: ein paar scharfkantige Riffs, dreckig getackerte Rhythmen und ein Satz rotzige Stimmbänder, welche die zwingenden Hooklines wie Enterhaken durch die Boxen feuern.
Aber da ist noch was… etwas, das man nicht ranzüchten kann: Authentizität.
SCHMUTZKI – das sind echte Songs, das ist echte Energie, das sind echte Freunde. Unbezahlbar! noch Fragen?
Courtney Barnett im November 2015 im Stollwerck
Mixing witty, often hilarious, occasionally even heartbreaking observations with devastating self-assessment, Courtney Barnett’s debut album, Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit, cements her standing as one of the most distinctive and compelling voices in indie rock. These songs reveal not only an assured songwriter and guitar player, but also an artist who in just a few years has already proved highly influential.
Fueled by the nimble crunch of her guitar and the loose groove of the rhythm section, Courtney Barnett’s songs are wild and shaggy and wordy, her lyrics plainspoken and delivered like she’s making them up on the spot. The music is rooted in the slack jangle of the late 1980s and the early 1990s, which has prompted the adjective “slacker” from journalists and critics around the world. That word is fitting for tunes that sound like they only just roused themselves out of bed. As a description of Barnett’s work ethic and musical influence, however, “slacker” is all wrong.
Even just a few years into a solo career, she has already proved herself an idiosyncratic and boundary-smashing artist and a passionate advocate for the arts who is changing the face of indie rock in her native Australia and around the world. After leaving art-school in Hobart, Tasmania, Barnett moved to Melbourne and became a mainstay of the local scene. She paid her dues and honed her chops in short-lived garage outfits before playing lead guitar in the twang-psych band Immigrant Union (which featured Bob Harrow and the Dandy Warhols’ Brent DeBoer).
When she went solo, Barnett launched her own label, which she dubbed Milk! Records, to release her own material as well as music by some of Melbourne’s finest singers and songwriters. With the 2013 release of The Double EP: A Sea of Split Peas (which combined her first two self-released EPs), she embarked on an almost never-ending tour that took her to North America and Europe, barely stopping long enough to record her first true album.
Her songs may not sound tightly coiled, but they are carefully and exactingly structured. Her lyrics may ramble, but each word is carefully chosen. She is, however, no perfectionist. In fact, she may be an imperfectionist: Barnett strives to fine-tune her songs as much as possible, but she knows that their flaws—a missed note here, a flubbed line there—can make the music sound more human, more relatable, more sympathetic. “My songs follow me as a normal human with normal emotions,” she explains, “so there are great highs and great lows. They span everything in my life.”
Barnett and her band—which includes Dan Luscombe on guitar and the surprisingly nimble rhythm section of Bones Sloane on bass and Dave Mudie on drums—recorded the album at Head Gap Studio in Melbourne during the fall of 2014. “We’d start midday and work until quite early in the morning,” she says. “Of course, half the time is sitting around waiting for the engineer to get a mic into place or something like that.” The band used the downtime to take these songs apart and put them back together again. Nothing was taken on faith; every note and every word was parsed.
“We didn’t just go in and bang it out. We mucked around with it. There was the panic of not having the songs prepared, but I think that energy works for the album. And we were drinking a lot of coffee.” (The process was documented by photographer Tajette O’Halloran, whose images are included in the liner notes.)
Barnett took drastic measures to make sure every song came out as perfectly imperfect as possible. When “Pedestrian At Best” wasn’t working out in the studio, she took the backing tracks home with her and listened to them over and over and over, trying to get the right words to come out of her mouth. “I had some words on paper and a half-assed melody that I hated,” she recalls. “I rapped over it until I found something I was happy with. It’s an embarrassing process, though, and the first time I sang that song was when I recorded it. I had to make everyone leave the room, because I felt really vulnerable.”
No nerves are evident in the final take, which includes some of Barnett’s most incisively indecisive lyrics, crammed with internal rhymes, inside jokes, and stinging self-deprecation. “I must confess I’ve made a mess of what should be a small success, but I digress. At least I tried my very best… I guess.”
Writing these songs can be a drawn-out and nerve-wracking process, especially when she finds herself recording a song that she hasn’t written yet, but it pays off beautifully on Sometimes I Sit and Think. It’s a beguiling collection of songs that reveals her as an ambitious songwriter with an ear for clever turns of phrase and an eye for story-song details that are literate without being pretentious. Barnett even did the artwork and hand lettering for the liner notes, showcasing a whimsical style similar to indie comics or the sketches of Eric Chase Anderson (who does most of the sketches for his brother Wes’ films).
Now that these songs are on record, she will not stop tweaking and perfecting them. The more she lives with them—the more she plays them out, the more fans react to them—the more alive they sound to her, often disclosing new meanings and direr implications. “They keep revealing themselves,” she says. “They change from touring and recording. They morph and change form and can end up sounding completely different. I hope it’s like that forever.”









