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16.07.: Konzerte neu im Vorverkauf

Und wieder neue Konzerttermine ... dieses Mal gibt es aber auch eine Tourneeabsage und den Termin für eine sicherlich spannende Lesung. Abgesagt werden musste die Tournee von Charley Ann, der Siegerin von "The Voice of Germany 2014", wegen dringender Filmprojekte. Neu im Vorverkauf sind Kelvin Jones, Jarryd James, Ball Park Music, The Vaccines, Little May, Say Yes Dog, Enno Bunger, Protomartyr, Jason Isbell und Ron Pope & The Nighthawks, die alle in den nächsten Monaten an den Rhein reisen werden. Zum Jahresabschlußkonzert kommt Thomas Godoj Ende Dezember diesen Jahres in den Kölner Stadtgarten. Und Alexander Hacke, Mitglied der Band "Einstürzende Neubauten", liest aus seiner Autobiographie "Krach".

Charley Ann sagt Konzerttournee ab

Foto: Sandra Ludewig

Die für den September geplante Tournee „To your Bones Live 2015“ von Charley Ann, der Siegerin von The Voice of Germany 2014, muss leider aufgrund anstehender Termine abgesagt werden.

Charley Ann, die bereits vor „The Voice“ erste Erfolge als Schauspielerin gefeiert hat, erhielt kurzfristig die Zusage für eine wichtige Rolle in der Verfilmung des Bestsellers „Fucking Berlin“, der Anfang 2016 in die Kinos kommen soll. Eine weitere Hauptrolle in einem Kinofilm, über die noch Stillschweigen vereinbart ist, wurde ebenfalls bestätigt. Darüber hinaus arbeitet Charley Ann bereits an ihrem zweiten Album.

Aufgrund der anstehenden Termine, die sich leider nicht parallel koordinieren lassen, haben sich das Management und der Veranstalter in Abstimmung mit der Künstlerin entschlossen, die Tournee abzusagen.

Neue Termine sind für das Frühjahr 2016 in Planung.

Bereits gekaufte Tickets können an den Vorverkaufsstellen, an denen sie erworben wurden, zurückgeben werden.

Kelvin Jones im September 2015 in Köln

Ein Singer/Songwriter wird entdeckt und unterschreibt einen Plattenvertrag, nachdem er seine Lieder auf Youtube gepostet hat. Das ist innerhalb weniger Jahre geradezu zum Klischee geworden. Aber bei Kelvin Jones verlief alles noch eine Spur schneller und steiler als man es glauben könnte. Der 19-Jährige junge Mann aus Zimbabwe, der in London aufgewachsen ist, stellte „Call You Home“ ins Netz, hatte damit über Nacht eine Million Klicks und wurde bei Reddit ganz oben positioniert. Die Plattenfirmen standen Schlange (er hat sich letztlich für Sony und Four Music entschieden). Der weitere Weg führte in rascher Folge zu The Great Escape und dem Isle of Wight Festival, zu Touren und Festivalauftritten, was einen spätestens dann nicht mehr wundert, wenn man Jones einmal hat singen und Gitarre spielen hören. Als Vorbilder nennt er B.B. King und Buddy Guy, aber auch Michael Jackson und Tracy Chapman. Und von ihnen allen hat er etwas übernommen und geht noch über sie hinaus. Seine ausgefuchste Gitarrentechnik klingt so einfach und nach Lagerfeuer, dabei steckt so viel mehr dahinter. Seine Melodien sind reiner, energischer Pop und gleichzeitig tief im Blues verwurzelt, er hat Songwriter-Qualitäten, die man einem so jungen Mann kaum zutraut. Seine Lieder funktionieren in Gesang-Gitarre-Kombination genauso, wie man sie sich in Band-Stärke mit umfangreichen Arrangements oder mit einem Orchester vorstellen könnte. Reduktion als Stärke und ganz viel weiteres Entwicklungspotenzial, das kennzeichnet Kelvin Jones. Wenn man ihn hört, freut man sich unwillkürlich auf alle Lieder, die er Zeit seiner Karriere noch schreiben wird. Und natürlich und zuallererst auf das Debütalbum „Stop The Moment“ und die Tour im September.

Jarryd James im September 2015 in Köln

JARRYD JAMES, der Singer/Songwriter aus Brisbane, startete in seinem Heimatland Australien mit seiner hypnotischen Debütsingle „Do You Remember“ direkt auf Platz eins der Charts und gilt seither als Australia’s breakout artist of 2015. Darüber hinaus führte das Stück, das eingangs fast zaghaft klingt und nach und nach immer mehr epischen Druck aufbaut, indem der Sänger seine Falsettstimme auf einen sphärischen Teppich aus Electronica-, R&B- und Pop-Elementen schickt, bereits dazu, dass JARRYD JAMES erste Headliner-Tour in Australien binnen weniger Stunden ausverkauft war. Nun will der Newcomer auch Deutschland musikalisch erobern. JARRYD JAMES ist ein unbekümmerter und entspannter junger Mann. Doch wenn man ihn auf seine Vita anspricht, breitet sich Stille aus: In seinen Songs stecke doch schon so viel von seinem Leben, warum sie nicht einfach für sich sprechen lassen? Auch wenn er ganz klar auf dieselbe Art von Understatement und Minimalismus setzt, die zeitgenössische R&B- und Neo-Soul-Kompositionen auszeichnet, basieren seine Kompositionen nicht nur auf dem klassischen „Weniger ist Mehr“-Motto, sondern mehr noch auf der modernistischen Maxime, dass die Form der Funktion folgen solle. Ein Ansatz, bei dem er schließlich landen sollte, nachdem er sein ganzes Leben schon die Songwriting-Künste von den Beatles, Stevie Wonder und Bob Dylan studiert hatte, um nach Abstechern in Richtung Outkast, Boyz II Men und Blackstreet schließlich auch bei der Musik von Frank Ocean und Earl Sweatshirt zu landen. Als Reaktion auf den pompösen EDM- und Pop-Sound, der weite Teile des musikalischen Mainstream beherrscht, setzt er auf seine Stimme und extrem minimalistische Arrangements, um zum musikalischen Kern vorzudringen: „Für mich muss ein Song schlicht sein und die Leute sofort packen“, so JARRYD. Nachdem der Singer/Songwriter hierzulande mit „Do You Remember“ schon die Radiolandschaft erobert hat, präsentiert JARRYD JAMES seine Musik im September erstmals live in Deutschland.

Ball Park Music im September 2015 in Köln

Nach zweieinhalb aufregenden Jahren – in denen sie mit ihren Platten „Happiness and Surrounding Suburbs“ und dem Top-Ten-Erfolg „Museum“ für das australische Album des Jahres nominiert wurden, ausverkaufte Headliner-Touren und eine Australien-Tour mit Weezer spielten, herausragende Shows bei den großen australischen Festivals wie „Splendour in the Grass“, „Falls Festival“, „Southbound“, „Homebake“ und „Big Day Out“ absolvierten, Konzerte in New York, Großbritannien sowie den Niederlanden gaben und im Radio rauf und runter laufen – sind Ball Park Music bereit für den nächsten Schritt.

Für ihr neues Album mieteten sich Ball Park Music eine schäbige Unterkunft im Norden Brisbanes, kratzten den Schmutz von den Wänden und bauten ihr eigenes Studio. Später haben die Fünf den Grammy-nominierten Produzenten Tony Hoffer für sich gewinnen können, um das Ergebnis ihrer zwölfmonatigen, schweißtreibenden Recording-Sessions zu veredeln. Tony anzuheuern war für die Band nach einem Jahr der Abschottung und selbstzentrierten Arbeit wie eine süße Belohnung – kein Wunder, wenn man Hoffers Renommee und seine weithin geschätzten Produktionen für Beck, The Kooks, M83, Air, Belle and Sebastian und viele andere bedenkt.

Das Resultat kann sich hören und sehen lassen: „Puddinghead“ erschien Ende Februar über Embassy of Music. Passend zum Release ihres Albums wurde der Song „She only loves me when I’m there“ für die neue Amazon Prime Kampagne ausgewählt.

The Vaccines im Oktober 2015 in Köln

The Vaccines schienen eine der englischen Bands zu sein, die raketenhaft aufsteigen, ihr Pulver in einem Feuerwerk verglühen lassen und dann ausgebrannt zur Erde zurücksinken. Na ja, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber wer als junge Rockband und gefeierter Newcomer drei Jahre lang nicht so wirklich was von sich hören lässt, den vergisst die britische Musikpresse bekanntlich sofort wieder. Aber das war dem Quartett aus London reichlich egal. Nachdem sie mit ihren ersten Stücken wie „Wreckin’ Bar (Ra Ra Ra)“ oder „If You Wanna“ die Aufmerksamkeit erregen konnten, ihr Debütalbum „What Did You Expect from the Vaccines?“ ein riesiger Erfolg und die zweite Platte „Come Of Age“ in Großbritannien auf die eins gegangen war, nachdem sie ausverkaufte Touren und der NME-Award verbucht konnten, nahmen sich The Vaccines erst einmal Zeit. Was wollen wir eigentlich, wo wollen wir hin? Und vor allem: Wie wollen wir klingen? Mehr Zeit für die Komposition, mehr Zeit für die Produktion. Mehr Zeit für die Songs. Auf der neuen Platte „English Graffiti“ kann man nachhören, was daraus geworden ist: der alte Rock’n’Roll ist noch da, aber er wurde neu verpackt, ist vielfältiger, klangvoller. The Vaccines haben heftig Mut gefasst, scheuen weder Kitsch noch Kunst, weder The Jam noch The Beach Boys, haben ihren Sound beibehalten und doch neu entdeckt. „Wir haben dieses Album nur für uns gemacht“, macht Frontman Justin Young eine klare Ansage, „wenn es darüber hinaus noch jemand mag, umso besser.“ Und live, das zeigen die Aufnahmen von den Sommer-Festivals, fügen sich die neuen Songs nahtlos ins Repertoire ein: Da geht es nicht länger nur um Style und Referenz, sondern um das was die Vaccines immer ausgemacht hat: eine überragende Bühnenpräsenz. Rock’n’Roll eben.

Little May im Oktober 2015 in Köln

Little May stammen aus Sydney, wurden 2012 gegründet und sind in ihrer Heimat schnell zu gefeierten Stars gewachsen – obwohl Liz Drummond, Hannah Field und Annie Hamilton es eigentlich eher ruhig angehen lassen wollten. Das Trio ist innerhalb kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil der heimischen Musiklandschaft gereift. Als Grund dafür sieht das Trio eine klare Rollenverteilung. Während Drummond und Field die Texte schreiben, konzentriert sich Annie auf die Songs. Dabei sei man sich zwar nicht immer einig, aber musikalisch so nah beieinander, dass es immer eine Lösung für alle gibt. Einfacher machte es da die von Anfang an getroffene Entscheidung, sich keinem speziellen Genre zuordnen zu wollen. Weil Kritiker aber Schubladen gerne mögen, wurde für Little May kurzerhand das Genre Ghost Rock erfunden: Düster, aber nicht hoffnungslos, mit lebendigen und aussagekräftigen Texten. Die australischen und amerikanischen Musik-Journalisten feiern Little May bereits als die Krone einer neuen, lebendigen Indie-Welle. Nicht selten werden auch Vergleiche zu Haim und Fleetwood Mac gezogen, während andere eher eine Nähe zu First Aid Kit sehen wollen. Eine erste EP erschien im vergangenen Jahr, im Oktober folgt das Debütalbum „For The Company“. Die erste Single daraus, „Home“ kursiert bereits und wurde von keinem Geringeren als Starproduzent Aaron Dessner von The National produziert. Ebenfalls im Oktober gehen Little May dann auf eine exklusive Clubtour durch Deutschland.

Alexander Hacke liest im November 2015 in Köln

Foto: Danielle de Picciotto

Krach ist Autobiographie eines Ausnahmemusikers und Zeitzeugen der Berliner Untergrund-Musik-, Kunst- und Filmszene. Vom genialen Dilettanten, der die Schule hinschmiss, um seinen Traum zu leben, hin zum Ausnahme-Autodidakten, der als Musiker und als Komponist von Filmmusik in der Hochkultur angekommen ist, ohne seine Lust auf Neues und Abwegiges aufzugeben – so ließe sich die Karriere von Alexander Hacke in einem Satz beschreiben. Aber Hackes bisheriges Leben war weit ereignisreicher, die Menschen, die ihn auf einzelnen Stationen begleiteten, spannender, die Einflüsse, denen er sich aussetzte, inspirierender, als diese kurze Beschreibung glauben machen lässt.

„Irgendwann, ich weiß nicht wie, landete ich als Neunjähriger in einer Vorstellung von Die Todesfaust des Chang Li. Eine Erfahrung, die mein Leben komplett auf den Kopf stellte. Ich war augenblicklich süchtig. Ich verehrte Bruce Lee und wollte in jeder Beziehung so sein wie er.“

Autor Alexander Hacke wurde 1965 in Berlin geboren und ist Musiker, Produzent und Komponist. Er ist Mitglied der Einstürzenden Neubauten und veröffentlicht daneben auch als Solomusiker und spielt in verschiedenen Bands, u.a. mit seiner Frau, der Musikerin und Künstlerin Danielle de Picciotto. Zudem komponiert Hacke sehr erfolgreich Film- und Theatermusik, u.a. für die Filme von Fatih Akim.

SAY YES DOG im November 2015 in Köln

Foto: Benjamin Park

Nun ist es nicht so, dass wir nicht alle schon viele - zu viele ! - dieser "Next Big Things" erlebt haben, die oft ganz schnell wieder in der Versenkung verschwanden. Aber hier, bei Aaron, Pascal und Paul aka Say Yes Dog, da gibt es Substanz: ihre Debüt-EP "A Friend“ von 2013 verkaufte sich einige tausend Mal und der gleichnamige Titeltrack entwickelte sich mit fast 1 Million Aufrufen zu einem veritbalen Hit. Seitdem spielten Say Yes Dog mehr als 100 Shows, von Clubs in Paris und London bis hin zu den renommiertesten Showcase-Festivals Europas wie Reeperbahnfestival, Eurosonic und The Great Escape. Sie tourten als Support für Junip und Capital Cities und wurden zwei mal in Folge auf das Primavera Sound Festival in Barcelona eingeladen, einem der größten Indie-Festival in Europa. Und das alles wegen nur einer EP ? Say Yes Dog selbst sagen: "Es war schon lustig zu sehen, wie weit wir mit diesen vier Songs gekommen sind. Es war wie bei einem großen Bluff und wir hatten manchmal das Gefühl, in jedem Moment aufzufliegen und wieder nach Hause fahren zu müssen, um anzufangen, 'ne richtige Band zu werden. Bisher ist es aber irgendwie gutgegangen.“ Eine "richtige Band" wurden Say Yes Dog tatsächlich erst durch das Fusion-Festival. Als große Fans elektronischer Musik wollten die Drei diesem Spektakel unbedingt einmal beiwohnen, die Karten waren allerdings längst ausverkauft. Doch man wusste sich zu helfen: Say Yes Dog ließen sich während einer Performance von einer Freundin filmen, schickten den Clip an die Fusion- Macher und bekamen prompt einen Slot auf dem Festival. "Wir hatten nun zwar Tickets für uns und unsere Gang, aber noch nicht genügend Songs. Also mussten wir uns hinsetzen und ein paar neue schreiben." Gesagt, getan. So entstand die EP "A Friend". Und nun setzen Aaron, Pascal und Paul an, die nächsten Schritte zu gehen – einer davon ist die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums "Plastic Love", das sie mit Ash Workman aufnahmen, der auch schon für Bands wie Metronomy hinter den Reglern saß. Das hört man dem Sound von Say Yes Dog an: Es erwartet uns euphorisierender Elektropop mit cleveren Hooks, funky Bassläufen und zuweilen auch melancholischen Momenten. "Ohne viel Schnörkel, direkt ins Herz und in die Beine." sagen die Drei über sich selbst - Oh Yes!

Enno Bunger im November 2015 in Köln

Drei Jahre nach dem melancholischen Konzept-Trennungsalbum „Wir sind vorbei“ veröffentlicht der Hamburger Musik- und Textkünstler Enno Bunger am 18. September sein drittes Album „Flüssiges Glück“.

Mehr als ein Jahr lang arbeitete Bunger an dieser Platte, produzierte und schraubte bis ins letzte Rauschen zusammen mit Tobias Siebert (And The Golden Choir, Me And My Drummer, Philipp Boa) im Radio Buellebrueck Studio in Berlin.

Dabei entstand ein Werk, das geprägt von verschiedensten Musikgenres und Themen kaum abwechslungsreicher sein könnte. Der 28jährige verknüpft Indie mit Folk und Klavierballaden mit Elektronik. Erfrischend, wie Bunger musikalisch überrascht. Dennoch klingt es immer nach Enno Bunger, der in seinem Wortgewand aus Poesie, Prosa und Punchlines endgültig zu den meistzitierten deutschsprachigen Künstlern gehören dürfte.

Bunger bleibt weiterhin, wie auch schon in seinen Vorgängeralben und seinem TV-Noir-Meilenstein „Regen“ Melancholiker, bricht aber auf diesem Album mit seiner vormaligen Rolle des Traurig-Verletzten, bekommt Kanten, wird ironisch, sarkastisch, zynisch und gesellschaftskritisch. Man darf das so sagen: diese Platte ist Bungers bisher bestes Album.

Natürlich wird Enno Bunger das neue Album auch live präsentieren und man darf gespannt sein auf die musikalische Umsetzung des neuen Bunger Sounds. Im November startet die „Flüssiges Glück Tournee“, die ihn und seine vier Musiker in insgesamt 14 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen wird.

Protomartyr im November 2015 in Köln

Sie testen die Grenzen zwischen Garage Rock, Postpunk und Wave. Was dabei entsteht, ist der schroffe, urbane und wunderschön ungeschliffene Sound von Protomartyr aus Detroit. Im November kommen sie für vier Shows erneut nach Deutschland. Auf Ihrem zweiten Album „Under Color Of Official Rights“ sticht neben klassischen Indie Rock Passagen eindeutig die Energie des Post Punk heraus, was auf der Bühne zu kraftvollen und dynamischen Performances führt. Am 16. Juni veröffentlichte das Quartett eine Seven-Inch Split-Single zusammen mit R. Ring namens "A Half Of Seven". Ihr drittes Album „The Agent Intellect“ erscheint diesen Oktober und gibt einen emotionalen Einblick in die Gedankenwelt von Sänger Joe Casey.

Thomas Godoj im Dezember 2015 in Köln

Was sagt es über einen Musiker aus, wenn ihm seine Fans oder besser Weggefährten das für die Produktion seines neuen Albums benötigte Geld innerhalb weniger Stunden zur Verfügung stellen? Er hat wohl irgendetwas richtig gemacht in den letzten sechs Jahren!

Dieser Musiker ist Thomas Godoj, Sänger und Songwriter mit einer markanten und unverwechselbaren Stimme und einer Live-Präsenz, die man in der deutschen Musiklandschaft nicht häufig findet. Damit und mit seiner bodenständigen und sympathischen Art, ist es ihm seit seinem Sieg bei einer deutschen Casting-Show im Mai 2008 gelungen, sich mit unzähligen Live-Konzerten und vier Studioalben, die sich allesamt in den Charts platzieren konnten, eine treue Fanbase zu erspielen. Sein Schlagzeuger Torsten Bugiel und sein Gitarrist Sebastian Netz, mit denen er bereits seit 12 Jahren in gemeinsamen Bands spielt, waren auch in dieser Zeit als Weggefährten immer an seiner Seite. Angefangen bei seinem Debütalbum „Plan A!“ (2008), das Gold- und Platinstatus erreichte und für das er den Echo als „Bester Newcomer National“ erhielt, über „Richtung G“ (2009) und „So gewollt“ (2011) bis zu „Männer sind so“ (2013) ist er immer mehr bei sich selbst und musikalisch dort angekommen, wo er hin will – bei ehrlicher, deutschsprachiger Rockmusik, deren Sound sich ohne musikalische Kompromisse auf seinem neuen Album „V“ (VÖ 24.10.2014) auch so wiederfinden sollte, wie er ihm schon länger vorschwebte. So war es ein logischer Schritt, den Weg des Crowdfunding, oder wie er sagt „Krautfunding“ zu wählen, um bei der Produktion des fünften Studioalbums finanziell und künstlerisch unabhängig zu sein und Einfluss auf sämtliche Produktionsschritte behalten zu können. Am Ende war ihm nicht nur die Finanzierung des Albums in Rekordzeit gelungen, sondern das über startnext realisierte Projekt brach darüber hinaus im Laufe der Finanzierungsphase mit einer Endsumme von rund 159.000 Euro auch den europäischen Crowdfunding-Rekord im Bereich Musik.

Das neue Album heißt „V“ - schlicht und ergreifend und dann auch wieder nicht, weil das „V“ mehrdeutig zu verstehen ist. Zunächst ist es natürlich das fünfte Studioalbum des Recklinghäusers, das „V“ steht aber auch für Victory – den Sieg über die Widrigkeiten des Musikbusiness, mit denen Godoj auch seine Erfahrungen gemacht hat, die ihn aber nie von seinem Weg abbringen konnten. Das Album markiert einen Neuanfang unter eigener Regie, mit eigenem Label und hat Ecken und Kanten, trotz eingängiger Melodien. Die ehrlichen, lebensnahen Texte künden von positiver Aufbruchstimmung. Thomas Godoj sagt selbst: „Das macht mich sehr, sehr glücklich alles. Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, das fünfte Album gemeinsam mit meinen Fans zu wuppen und schließlich auf mein Bauchgefühl gehört. Es ist der Hammer, was das alles ausgelöst hat und was passiert ist, nachdem ich auf den Startknopf gedrückt habe, kam völlig unerwartet – innerhalb von vier Stunden die Summe zusammenzukriegen und das Ganze am Ende zu verdreifachen. Ich lag im Energie-Koma. Das hält man im Kopf nicht aus – es ist unbeschreiblich, dass so viele Leute die Faust für dieses Album zeigen.“ Diese Energie hört man dem Album an. Einen Vorgeschmack gab es am 26.09.2014 mit der ersten Singleauskopplung „Magnetisch“. „V“ wurde am 24.10.2014 physisch und digital als Standardalbum oder als Ltd. Edition inkl. 3 Bonussongs veröffentlicht. Die dazugehörige „V Tour“ führte im November / Dezember 2014 durch 16 Städte.

Die beim Crowdfunding erreichte Rekordsumme sicherte auch die Produktion eines Akustikalbums, die inzwischen bereits abgeschlossen ist. Das Album wird vollkommen neu arrangierte Versionen von Titeln der letzten Alben enthalten und im Spätsommer 2015 veröffentlicht werden.

Jason Isbell im Januar 2016 in Köln

Jason Isbell ist ein neuer Stern am US-amerikanischen Songwriter-Himmel. Einer, der sich anschickt in die großen Fußstapfen von Ikonen wie Bruce Springsteen und Steve Earle zu treten. Mit 22 Jahren wurde Jason Isbell 2001 Mitglied der Americana- und Cowpunk-Band Drive-By Truckers aus Athens/Georgia ("Lynyrd Skynyrd's arty nephews", wie der Rolling Stone einmal treffend schrieb) mit denen er einige Jahre zusammenspielte und bei denen er als guter Songschreiber auffiel. 2007 verließ er die Band und veröffentlichte im selben Jahr sein Debütalbum, bevor später zwei Platten mit seiner Begleitband The 400 Unit folgten.

Der Durchbruch als Solokünstler gelang ihm 2013 mit dem formidablen Album "Southeastern", das auf seinem eigenen, gleichnamigen Label erschienen ist. Neben herausragenden Kritiken in der Fachpresse von Mojo und Uncut bis zum Rolling Stone, gewann Jason Isbell gleich drei Preise bei den Americana Music Awards 2014. Das neue Album „Something More Than Free“ wurde wie der Vorgänger von Dave Cobb (Beck, Sturgill Simpson, Houndmouth) produziert und im Sound Emporium Studio in Nashville aufgenommen. Bis Ende des Jahres wird Jason Isbell vor allem in den USA live zu sehen sein, unter anderem bei gleich vier in Folge (!) ausverkauften Shows im Ryman Auditorium in Nashville.

Die erste Single, der an REM erinnernde tolle Ohrwurm „24 Frames“ schaffte es bereits in die „Favorite Songs of 2015 so far“ des National Public Radios, wo man dem "neuen Springsteen aus dem Süden" huldigt: „Throw out all your self-help manuals: The South's new Springsteen shares how to survive life's little disasters in this reflective, jangly rocker.“ Auch der Rest des feinen Albums ist nicht von schlechten Eltern, ob nun der countryeske Titeltrack, das rockende "Palmetto Rose", das an Steve Earle erinnernde "If It Takes A Lifetime" oder das flotte "How To Forget".

Verwurzelt im Country & Folk und in der modernen Ausformung des Americana ist Jason Isbell weit davon entfernt, schlichte Südstaaten-Klischees zu bedienen. So hat er sich nach dem schrecklichen Massaker in einer schwarzen Kirche in Charleston auf Twitter in die Diskussion um die Südstaaten-Flagge eingemischt: "Seeing a confederate flag makes me angry and sad because it represents a refusal of certain small-minded people to grow and change.". Tradierte Folklore ist halt streng von rassistischen Gedankengut und seinen Symbolen zu trennen, Hut ab!

Ron Pope & The Nighthawks im Januar in Köln